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Spargelgerichte – Eine Zutat 1000 Möglichkeiten

Manchmal ist es wirklich zum verrückt werden. Obwohl ich es mir die ganze Zeit vornehme, schaffe ich es einfach nicht, meine ganzen Rezepte, die ich in der Pipeline habe hochzuladen. Zuerst war ich krank und dann kam irgendwie ständig das Leben dazwischen. Manchmal scheitert es auch einfach daran, dass ich etwas tolles gekocht habe, aber vergessen es zu fotografieren. In solchen Fällen ärgert man sich natürlich am allermeisten. Nun habe ich es aber doch endlich geschafft mich hinzusetzen und kann heute daher sogar gleich mit mehreren Rezepten aufwarten. Und das beste daran ist, dass sie sich alle um die selbe Zutat drehen!
Der Mai ist ja bekanntlich Spargelzeit und auf dem Markt und in den Läden werden die weißen und grünen Stangen rege angepriesen. Auch in Kochzeitschriften und auf Foodblogs dreht sich momentan fast alles um Rezepte für und mit Spargel. Ich für meinen Teil liebe Spargel sehr und habe daher beschlossen euch heute unterschiedliche Spargel-Variationen vorzustellen.

Zunächst wäre da einmal die ganz klassische Spargelzubereitung. Dafür braucht ihr:

Pro Person 300-400 g Spargel
Pro Person 3-4 Scheiben Schinken (gekocht oder geräuchert)
Pro Person 3-5 Kartoffeln
1 Tl Salz
1 Tl Butter
1/2 Tl Zucker
1 EL Butter oder Margerine
3 El Mehl
optional: 2-3 EL Sahne oder Milch

Spargelplatte

Zuerst müsst ihr den Spargel gut schälen. Alle Stellen, die euch ein wenig holzig erscheinen, solltet ihr wegschneiden, da das Essen sonst kein besonderes Vergnügen wird. Die Schalen müsst ihr übrigens nicht direkt wegschmeißen, da man sie hervorragend verwenden kann, um damit eine Spargelbrühe zu kochen. Die Kartoffeln werden ebenfalls geschält, halbiert und in einem kleinen Topf auf mittlerer Hitze gekocht.

Den geschälten Spargel bündelt ihr mit einem Bindfaden, oder ihr verwendet einen länglichen Topf, in dem ihr den Spargel waagerecht platzieren könnt. Wenn ihr den Spargel aufrecht in den Topf stellen müsst, ist es wichtig, dass die „Köpfe“ nach oben gerichtet sind. In den Topf füllt ihr nun so viel Wasser ein, dass der Spargel zu 2/3 mit Wasser bedeckt ist. Nun gebt ihr 1 Tl Salz, 1 Tl Butter und 1 halben Tl Zucker ins Wasser. Der Spargel braucht etwa 15-20 Minuten zum garen, und ist damit relativ zeitgleich mit den Kartoffeln fertig.

Sobald alles fertig gegart ist, könnt ihr die Kartoffeln abschütten und den Spargel aus dem Wasser nehmen. Das Wasser aber nicht abgießen!
Normalerweise isst man zu Spargel ja gerne eine Hollandaise. Die ist sehr lecker, aber auch sehr mächtig. Deshalb gibt es bei uns für gewöhnlich stattdessen eine Spargel-Bechamelsauce.
Dafür braucht ihr einen kleinen Topf, oder eine kleine Pfanne (Ihr könnt auch einfach den Kartoffeltopf verwenden, wenn ihr ihn zur Hand habt). In dem Topf verrührt ihr 1 El Butter oder Margerine mit dem Mehl zu einer sogenannten Mehlschwitze – passt dabei auf, dass ihr sorgfältig rührt, damit keine Klumpen entstehen. Nun gebt ihr vorsichtig einen Schluck von dem Spargelwasser zu der Mehlschwitze und verrührt dies gut. Gießt langsam so viel Spargelbrühe nach, bis die Konsistenz euch zusagt. Wer es gerne cremig mag, kann gerne noch einen weiteren Stich Butter, oder 1-2 El Sahne oder Milch hinein geben. Die Herstellung der Sauce braucht im Grunde nur 1-2 Minuten, der Spargel muss also nicht kalt verzehrt werden.
Zu den Kartoffeln und dem Spargel serviert ihr einen Teller mit Schinken. Meine Mutter rollt diesen meist zu einer Blütenartigen Konstruktion, was ich sehr hübsch finde, aber jedem selbst überlassen sein soll. Die Hauptsache ist ja ohnehin, dass es schmeckt. Der Vorteil ist, dass ihr für die Schinken-Variante keine zusätzliche Herdplatte benötigt.

spargelsuppe

Ein weiteres ganz weit verbreitetes Rezept ist natürlich die Spargelsuppe. Ich kann euch hier, nicht direkt ein Rezept im eigentlichen Sinne verraten, denn ich muss jetzte gestehen, dass ich ein Tütensuppenmensch bin. (Ja ich weiss, Asche auf meinem Haupte) Aber, dafür kann ich euch einen tollen Tipp geben, der die Suppe aus der Tüte praaaaktisch wieder zur Eigenkomposition werden lässt: Wenn ihr die Suppe nach Anleitung der Packung kocht, dann verwendet anstatt Wasser, die Brühe, welche ihr beim Kochen vom Spargel, oder beim Auskochen der Schalen erhaltet. In Einmachgläsern ist diese Flüssigkeit auch eine Weile haltbar und kann so auch über die Dauer des Essens selbst verwendet werden. Die Suppe kriegt damit einen ganz intensiven Spargelgeruch und -geschmack, der sich wirklich lohnt!

spargel-carpaccio

Und das letzte, und wie ich finde, besonderste Rezept ist: Spargel-Carpaccio

Das Rezept ist allein deswegen super, weil ihr damit super potentiellen Bruchspargel verbrauchen könnt. Es geht dazu auch noch schnell, sieht toll aus und ist eine fantastische Vorspeise.
Was benötigt:
4 Stangen (Bruch)spargel
1 Ei
2-3 EL Weissweinessig
1 Prise Salz
1 Prise Pfeffer

Zunächst kocht ihr das Ei etwa 10 Minuten und lasst es auskühlen. Der Spargel wird mit Hilfe eines scharfen Küchenmessers in möglichst feine längliche Streifen geschnitten. Anschließend pellt ihr das Ei und hackt es in kleine Stücke. Vermengt das Ei mit dem Essig und dem Salz, so dass eine Art Vinaigrette entsteht. Die Spargelstreifen werden auf einem Teller sternförmig arrangiert und mit der Vinaigrette übergossen. Und tadaaa – Schon habt ihr eine ausgefallene Vorspeise. Ich gebe zu, dass ich zunächst ein wenig spektisch dem Rezept gegenüberstand, doch nachdem ich es probiert habe, hab ich mich absolut darin verliebt. Der rohe Spargel schmeckt frisch, knackig und macht definitiv Lust auf mehr.
Optional könnt ihr die Vorspeise auch noch mit essbaren Blumen oder Kräutern dekorieren. Ich verspreche euch einen geschmacksintensiven Blickfang!
Und nun wünsche ich euch ein wunderschönes Pfingstwochenende und viel Spaß beim selbst zubereiten.

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