Pfannen-Tortenboden

Wer von euch mal das „About“ auf meinem Blog gelesen hat, der dürfte wissen, wie dumm ich aus der Wäsche geguckt habe, als mir erstmals in Gänze bewusst wurde, dass ich in meiner wunderschönen Wohnung keinen Backofen habe.

Zum Glück (für euch) besitze ich jedoch ein paar Charaktereigenschaften, die sich mit den gegebenen Umständen ganz und gar nicht arrangieren konnten.

Zum einen bin ich ziemlich hartnäckig und ausdauernd. Wenn ich mir etwas vorgenommen habe, dann lasse ich mich nicht durch ein zwei Rückschläge oder einem kleinen Feuer in der Küche so leicht von meinem Ziel abbringen. Dazu gesellt sich eine gute Portion Neugier und Entdeckerlust. Es macht mir also schlicht einen Heidenspaß mich mit einer Schüssel Kuchenteig, einer Pfanne und einer Gießkanne (für alle Fälle J) zu bewaffnen und Grenzen meines kulniarischen Universums zu erforschen. Und zu guter Letzt bin ich ein Gewohnheitstier. Ich war es nun mal von Mamas Küchenparadies gewohnt Gerichte mit der Hilfe eines Backofens zuzubereiten und meine Umwelt mit Kuchen oder Törtchen zu erfreuen. Und ich habe nicht eingesehen, wieso sich daran plötzlich etwas ändern sollte.

Da ich nun aber – zumindest in den ersten Monaten – keinen Backofen oder keinen Mikrowellengrill zur Hand hatte musste eine neue Lösung gefunden werden, meine Kuchen und Torten zuzubreiten.

Und im Grunde ist es wirklich simpel. Was ihr für einen gewöhnlichen Tortenboden braucht sind  vorrangig ein Rührteig, eine Pfanne und Backpapier.

 

Und so geht’s:

Mischt einen Rührteig eurer Wahl an. Im Grunde könnt ihr jeden Rührteig verwenden, auch eine Backmischung.

Zu Beginn habe ich lieber kleine Torten gebacken, d.h. ich habe eine kleine Pfanne verwendet, die auf die kleinere Kochplatte passte – ihr werdet später verstehen warum.

Ein Backofen gart einen Kuchen, weil er Ober und Unterhitze ausstrahlt, die auf den Teig wirkt. Ein Herd dagegen heizt nur von unten, weshalb die untere Seite verbrennen kann, ohne, dass die obere Seite des Kuchens überhaupt angefangen hat durchzubacken. Es ist also wichtig, dass eine Oberhitze künstlich erzeugt wird. Hier kommt das Backpapier ins Spiel.

Knickt dieses vor Verwendung (es muss leicht überlappend die Pfanne bedecken können) leicht an, und schneidet 3-4 Schlitze ins Papier.

Schaltet den Herd auf niedrige Temperatur und fettet die Pfanne leicht ein. Gebt soviel Teig in die Pfanne, dass der Pfannenboden etwa 1-2 Finger breit mit Teig bedeckt ist und deckt die Pfanne mit dem Backpapier ab. Die entstehende Hitze wird dadurch länger in der Pfanne gehalten und die Feuchtigkeit kann durch die Schlitze entweichen – so wird verhindert, dass der Kuchen matschig wird. Nach ca. 10 Minuten, oder wenn sich die Ränder leicht dunkler verfärben, könnt ihr sicher sein, dass die Unterseite des Tortenbodens entsprechend durchgebacken ist. Der nächste Schritt erfordert ein kleines bisschen Übung, weshalb sich am Anfang auch eine kleinere Pfanne eignet: Der halbdurchgebackene Tortenboden muss nun einmal gewendet werden. Im Grunde wie bei einem riesigen Pfannkuchen.

Lockert vorsichtig die Ränder und die Unterseite. Wenn ihr in Sorge seid, dass der Boden bricht, sobald ihr ihn zu stark anhebt, könnt ihr ein kleines Küchenbrettchen als Stabilisator gegen die Oberseite halten. Da durch das Backpapier auch die Oberseite des Kuchens leicht angebacken ist, lässt sich das Brett anschließend auch ohne allzu große Schönheitsfehler wegnehmen.

Obwohl sich dieser Schritt wirklich schwerer anhört, als er eigentlich ist, habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sich trotzdem anbietet ein bisschen mehr Teig zur Hand zu haben, als man wirklich für das Rezept benötigt. So seid ihr auf der sicheren Seite, falls doch mal etwas kaputt geht.

Den Boden nun etwa weitere 5 Minuten auf der „frischen“ Seite backen lassen, das Backpapier braucht ihr hierfür eigentlich nicht mehr. Wenn der Teig beidseitig durchgebacken ist, könnt ihr Pfanne einfach „stürzen“.

Anschließend lasst ihr den Boden auskühlen und könnt ihn wie nach Rezept weiter verarbeiten.

Wiederholt diesen Vorgang, bis ihr die nötige Anzahl Böden erreicht habt.

Mit ein bisschen Übung könnt ihr auch ganz leicht größere Tortenböden zubereiten. Hierfür nimmt man einfach eine größere Pfanne. Das Wenden ist dann zwar ein kleines bisschen kniffliger, aber absolut machbar.

Der Aufwand lohnt sich absolut – und man isst ja auch nicht jeden Tag Torte 😉

 

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