Be my Valentine – Herzige Berliner

Ich muss etwas gestehen: Ich mag den Valentinstag nicht. Habe ich noch nie. Nicht, weil es ein kommerzieller Feiertag ist. Denn seien wir ehrlich, es gibt ja eigentlich gar keine Feiertage mehr, die die Industrie sich nicht zu Nutze zu machen weiss – und für den Blumenhändler von nebenan ist das ja sogar irgendwie ganz nett. Auch nicht, weil ich mich als Single an diesem Tag besonders schlecht fühlen würde. Denn auch wenn mein Beziehungsstatus auf Facebook freudig „in einer Beziehung“ anzeigen darf, kann ich dem Valentinstag nicht mehr abgewinnen als vorher.

Mich stört einfach dieses Plakatieren und öffentliche Zur-Schau-Stellen von zwischenmenschlichen Gefühlen, aus einer reinen Erwartungshaltung heraus. Natürlich ist es schön und auch wirklich wichtig, seinen liebsten Mitmenschen einmal „Danke“ zu sagen und ihnen zu zeigen, wie wichtig sie einem sind. Aber ist es nicht viel schöner das einfach dann zu tun, wenn der Moment gerade passt? Oder der andere das wirklich gerade gebrauchen kann? Wo bleibt denn die sogenannte „Romantik“, wenn ich jemanden am Valentinstag mit einer süßen Leckerei, Blumen oder etwas anderem „überrasche“, nur weil irgendwie erwartet wird? Versteht mich nicht falsch, es liegt mir fern gegen die Menschen zu wettern, die diesem Feiertag etwas abgewinnen können und ihn angemessen zu zelebrieren wissen.
Für mich ist Romantik halt etwas, was man nicht in eine Geschenkschachtel packen und mit Rosenblättern übergießen (nicht, dass ich davon ausgehe, dass das hier wirklich jemand macht ;)) kann, sondern die kleinen Dinge, die man für jemanden tut. Eine Suppe zu kochen, wenn man krank ist, die Tür aufhalten oder eine Einkaufstasche tragen. Oder einfach, wie man sich ansieht und miteinander spricht. Das verstehe ich unter Romantik. Und nach dieser Logik ist so gesehen jeder Tag ein Valentinstag. Oder es sollte zumindest so sein.

Nun wenn man dem V-Day also ohnehin nicht ganz so zugetan ist, fällt es gleich doppelt auf, dass man sich in letzter Zeit in allen sozialen Netzwerken und Werbeanzeigen mit diesem Tag konfrontiert sieht. Gleichzeitig muss ich aber noch ein Geständnis machen: Ich habe gerade in den genannten sozialen Netzwerken eine ganze Reihe wirklich toller Ideen für den Valentinstag gefunden, die selbst mir Vaentinsmuffel irgendwie Lust auf einen liebestrunkenen Beitrag gemacht haben. Da trifft es sich ganz hervorragend, dass dieses Jahr der Valentinstag auf ein Ereignis fällt, für das mein rheinisches Herzelein tatsächlich höher und schneller schlägt: Der Karneval und Valentinstag fallen dieses Jahr nämlich praktischerweise auf ein und dasselbe Datum.

Da ich im Rheinland – genauer gesagt im schönen Bonn – groß geworden bin, ist der Karneval ein fester und enorm wichtiger Bestandteil meines Lebens. Bis vor ein paar Jahren habe ich bereits im Sommer begonnen meine Kostüme zu planen und spätestens im Herbst angefangen selbige zu nähen. Und eine Sitzung, wenn nicht mehr, pro Session ist ohnehin drin. Ihr seht also, die Liebe von der ich hier spreche ist echt und geht tief. In diesem Jahr soll also der Karneval in all seiner Pracht mein „Valentine“ sein und ich zeige ihm meine ganze Liebe öffentlich (ganz so wie es eben erwartet wird!) durch die Darbringung eines kleinen Tributs. Und da eine der bekanntesten Naschereien der fünften Jahreszeit Berliner sind, habe ich heute für euch ein wahrlich herzliches Berliner-Rezept!

Anderswo sind sie wohl unter dem Namen Berliner Pfannkuchen oder Krapfen bekannt – das wirklich wichtige ist aber, dass sie mit Marmelade gefüllt und wahnsinnig lecker sind! Genug der Worte, hier gibt es das Rezept für euch:

Ihr braucht für den Teig:
200 ml Milch
1 Päcken Trockenhefe
70 g weiche Margarine oder Butter
50 g Zucker
1 -3 Tropfen Vanillearoma
1 Prise Salz
450 g Mehl

Für die Füllung:
Marmelade oder Konfitüre eurer Wahl (z.B Erdbeer)

11005781_996472390382244_1481510267_n

Ich war zugegeben ein bisschen überrascht, als ich gelesen habe, dass Berliner aus Hefeteig gemacht werden. Ich hatte immer vermutet, dass es ein Brand- oder Quarkteig wäre. Eine eingehende Recherche hat mich dann aber eines besseren belehrt. Ihr bereitet in einem ersten Schritt also einen Hefeteig vor. Wenn ihr damit ein bisschen Probleme habt, empfehle ich euch hier meine „Ode an die Hefe“ zu lesen, die euch die Eigenheiten und Eigenschaften eines Hefeteigs etwas näher bringen soll und ein Misslingen des Teigs praktisch unmöglich macht.

Wenn euer Teig nach ca. einem Stündchen so richtig schön gegangen ist, dann rollt ihn ca. 1 cm dick aus. Mit einem Glas oder einem Cookie-Cutter stecht ihr Kreise aus dem Teig. Mit Naschen bin ich auf 14 Kreise gekommen. Das hängt aber natürlich von der gewählten Größe ab. Mit einem Messer schneidet ihr die Kreise nun etwa 1/4 tief ein, zieht die Enden leicht auseinander, und drückt die Enden so zusammen, dass sich eine Herzform ergibt. Wer einen größeren Herzaustecher zu Hause hat kann sich die Arbeit natürlich erheblich erleichtern ;). Wenn ihr alle Herzen zusammen habt, legt ihr sie auf ein Küchenbrett, bemehlt ihr sie leicht und gebt ein leicht feuchtes Küchentuch darüber. Dann kommen sie noch einmal an einen warmen Ort zum gehen. Das darf ruhig Zeit in Anspruch nehmen. Ich glaube ich habe den kleinen Hefe-Herzen etwa drei Stunden eingeräumt, weil ich wollte, dass sie sich richtig entfalten können und später dann ganz fluffig sind.

Jetzt kommt der spannende Teil. In einen großen Topf gebt ihr ordentlich Öl, so dass die Hefeklöpse frei schwimmen können und erhitzt es auf mittlerer Stufe. Das ist wichtig, damit das Öl nicht zu heiß wird – das ist natürlich erstens zu eurer eigenen Sicherheit, verhimndert aber gleichzeitig, dass die Herzen außen verbrannt und innen roh sind. Nun werden die Teigrohlinge von jeder Seite ca. 3 Minuten frittiert und dann auf mehrere Lagen Küchenkrepp gelegt. Ihr könnt die noch warmen Herzen direkt in Zucker wälzen oder nach dem Auskühlen mit Puderzucker bestreuen.
Mit einer Spritztülle und befüllt ihr sie anschließend mit Marmelade eurer Wahl. Am besten einer ohne lästige Stückchen.

IMG_0619

Da ich nicht genug Öl im Haus hatte, die Läden aber schon geschlossen hatten, konnte ich nicht alle meine Rohlinge frittieren, sondern habe den großteil in – für meine Verhältnisse – recht viel Öl in der Pfanne gebraten. Ebenfalls auf niedriger bis mittlerer Stufe, um ein gleichmäßiges Garen zu ermöglichen. Das Ergebnis hat mir persönlich sogar ein wenig mehr zugesagt, als das frittieren. Ich muss aber gestehen, dass es so natürlich gut dopppelt so viel Zeit in Anspruch nimmt und nicht direkt traditionell ist.

11004283_996472410382242_1260389553_n

Egal für welche Methode ihr euch entscheidet, und zu welchem Anlass ihr die herzigen Berliner macht, ob Valentinstag oder einem x-beliebigen Tag, an dem ihr eure Liebe zeigen wollt- ich verspreche euch, dass den Beschenkten davon auf jeden Fall das Herz aufgeht! 🙂

Share This:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *