Gemüse Bolognese – buntes Glück im Topf

Wenn meine kleine Schwester kocht, dann kocht sie in 90% der Fälle Spaghetti Bolognese. Dabei will ich mich bestimmt nicht beschweren, da die Bolognese meiner Schwester ganz fantastisch schmeckt. Ich dagegen habe eigentlich wenig Erfahrung mit diesem Gericht, erstens, weil ich durch meine Schwester ja recht häufig in den Genuss komme und zweitens, weil ich mich in meinem Alltag ansonsten sehr fleischarm ernähre. Aber ab und an wacht man ja morgens auf und hat Lust auf ein ganz bestimmtes Gericht. In meinem Fall war das vor ein paar Tagen eben Spaghetti Bolognese. Das Abendessen des Tages war damit also bereits vor dem Frühstück beschlossene Sache. Zumindest dachte ich das, bis mir im Laufe des Tages eingefallen ist, dass ich noch Zutaten für ein Ratatouille zu Hause hatte, die ich wegbrauchen musste.
Aber über solche unwichtigen Details verzagt man ja nicht! Und so wurde kurzer Hand aus meiner geplanten Bolognese eine Gemüse-Bolognese. Zugegeben, hat sie überhaupt nicht nach dem Rezept meiner kleinen Schwester – das einer ganz klassischen Bolognese – geschmeckt, aber trotzdem auf andere Weise großartig. Und in der Zubereitung war sie auch sehr unkompliziert.
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Ihr braucht:
400g Hackfleisch (halb und halb)
1 rote Paprika
100 g Pilze
1 große Aubergine
1 Dose passierte Tomaten
1 große Prise Salz
Pfeffer
1/4 El Basilikum (getrocknet)
1/4 EL Oregano
1 El Honig
1-2 El Tomatenmark
So zuerst schneidet ihr das Gemüse. Paprika, Zwiebel, Knoblauch Zucchini und Aubergine werden möglichst kleine Würfel geschnitten. Bei Bedarf könnt ihr die Zwiebeln und den Knoblauch auch noch zusätzlich klein hacken. Wer ein bisschen Zeit hat, kann die Aubergine und die Zucchini leicht mit Salz bestreuen. Dadurch entwässern sie bereits vor dem Garprozess und die Soße wird nicht so flüssig. Ich hatte an dem Tag keine Zeit und habe mir die Mühe gespart – geschmeckt hat es ja trotzdem.
Nun wird in einem großen Topf das Fleisch zusammen mit den Zwiebeln und dem Knoblauch in ein wenig Olivenöl abgebraten. Dabei müsst ihr immer wieder umrühren, damit nichts anbrennt. Wenn sich die Hälfte des Fleisches von rosa zu braun verfärbt, könnt ihr das Gemüse mit in den Topf geben auch das Gemüse kurz anbraten und die Hitze dann auf eine Mittelstufe reduzieren. Nun gebt ihr die passierten Tomaten, und das Tomatenmark mit hinzu. Je nachdem kann es sein, dass ihr auch einen kleinen Schluck Wasser oder Brühe hineingeben müsst, das ist wie gesagt abhängig von der gewünschten Soßenkonsitenz. Jetzt kommen noch Salz, Pfeffer, Basilikum, Chili und Honig dazu. Bei niedriger Temperatur darf die Bolognese jetzt schön vor sich hinköcheln, während auf der kleinen Herdplatte die Spaghetti gekocht werden können.
Sofern ihr nicht über einen sehr hohen Schmalen Topf verfügt (Z.B. einen Spargeltopf) empfiehlt sich folgender Trick. Den Topf für die Spaghetti zu 3/4 mit heißem Wasser befüllen und zum Kochen bringen. Wenn das Wasser sprudelt, nehmt ihr die Spaghetti gebt sie hochkant in den Topf. Dann werden sie entlang des Randes so weit wie möglich in eine Richtung aufgefächert. Wartet jetzt etwa 30 Sekunden und drückt dann vorsichtig den trockenen teil der Spaghetti entlang der Fächerrichtung mit zwei Gabeln (mit einer hat man weniger Kontrolle und verbrennt sich nicht so leicht) nach unten. Der untere Teil der Spaghetti ist jetzt bereits leicht angeweicht und gibt nach. So sinken die Spaghetti ohne zu brechen leichter ins Wasser und werden trotzdem gleich gegart. Jetzt kommt das Salz dazu. Und auch wenn jede italienische Mama mir dafür vermutlich mit der flachen Hand auf den Hinterkopf schlagen würde, gebe ich bei einem kleinen Topf trotz allem einen Spritzer Olivenöl mit ins Wasser, damit die Spaghetti (die ja in dem sehr begrenzten Raum nicht viel bewegungsfreiheit im Wasser haben) nicht zu sehr aneinander haften. Als Ausgleich für diese Missetat gebe ich dafür ein bis zwei Esslöffel des Spaghettiwassers an die Bolognese bevor ich die Spaghetti abschütte. Damit verbindet sich die Soße wieder ein bisschen besser mit der Pasta.
Noch ein kleiner Tipp: Da der Topf bei dieser Garmethode ja sehr hoch befüllt ist, besteht schnell die Gefahr, dass euer Nudelwasser überkocht. Wenn ihr aber einen Holzlöffel über den Topf legt, schäumt das Wasser zwar hoch, bleibt aber unterhalb des Kochlöffels.
Meiner Meinung nach steht diese Gemüse-Bolognese einer klassischen um nichts nach, und auch, wenn sie natürlich nicht mit der Bolognese meiner Schwester zu vergleichen ist, macht dieses Gericht definitiv satt, glücklich und Lust auf mehr.

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