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Pan-Cookies (…oder Haferkekse aus der Pfanne)

„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ – das wusste in der Antike bereits Seneca zu sagen. Damit nehme ich mir direkt zu Beginn dieses Artikels sämtlichen Wind aus den Segeln, meine umfangreichen Ausreden zu verkünden, weshalb ich das letzte halbe Jahr durch Abwesenheit geglänzt habe: Eine Masterarbeit, ein Uniabschluss, ein Umzug, eine fremde Stadt, ein neuer Job, neue Menschen… ich könnte ewig so weiter machen und euch erzählen, weshalb ich tausendmal versucht war mich hinzusetzen und einen neuen Blogpost zu verfassen und es dann doch nicht tat. Das alles wäre jedoch weder informativ noch besonders hilfreich. Also spare ich mir die Mühe und beginne einfach, um der lieben Zeit Willen, im Hier und Jetzt. Seit einigen Monaten lebe ich nicht mehr im schönen Bonn sondern in der niedersächsischen Studentenstadt Göttingen (zwar nicht zum Studieren, macht aber nix). Entsprechend verändert hat sich auch meine Küchensituation, da ich nun zu den glücklichen Besitzern eines Backofens zähle. Nicht geändert hat sich dagegen meine Leidenschaft für alles kulinarische und mein Wunsch diese Passion anderen zu Gute kommen zu lassen. Ich bin also fest entschlossen in Zukunft wieder vermehrt den Kochlöffel zu schwingen. Ich möchte euch außerdem versichern, dass ihr trotz meines plötzlichen Küchenluxus auch weiterhin mit backofenfreien Rezepten für süße und herzhafte Leckereien versorgt werdet. Ihr seht, ich habe an alles gedacht! Und um das zu beweisen stelle ich euch hier mein neuestes Experiment vor:

Pan-Cookies (…oder Haferkekse aus der Pfanne)

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Das Wortspiel mag vielleicht etwas dürftig sein, aber diese Kekse sind es bei weitem nicht. Die kleinen Dinger sind richtige Energien-Bomben, die sowohl sättigend als auch sehr lecker daherkommen. Wenn sie jetzt auch noch schlank machen würden (DAS tun sie wohl nicht so…), würde ich mein morgendliches Müsli sofort gegen sie eintauschen. Und das Beste ist, dass sie auch noch ganz schnell gemacht sind!

Ihr braucht:

90g Butter
140 g Zucker
70 g Vollkornmehl
1 Ei
1 Prise Muskat
1 Prise Salz
1/2 Tl Backpulver
1/2 Tl Zimt
250 g Haferflocken (kernig)
5 El Milch
Schokotropfen

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Zuerst verquirrlt ihr die Butter, den Zucker und das Ei, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Das Mehl vermischt ihr mit den Gewürzen und dem Backpulver und gebt es zu der Butter-Zucker-Ei-Masse. Nun kommen die Haferflocken dazu. Die Milch wird esslöffelweise und mehr oder weniger nach Bedarf dazu gegeben. In meinem Fall waren es 5 El, die Masse sollte feucht und formbar, aber nicht matschig und nicht zu trocken sein, daher kann die Menge der Milch je nach Zusammensetzung der Zutaten etwas variieren.

Nun erhitzt ihr etwas Öl (2-3 El) in einer Pfanne (wenn die Pfanne nicht beschichtet ist, solltet ihr unbedingt mehr Öl verwenden). Am besten verwendet ihr neutrales Öl, wie Sonnenblumen- oder Keimöl, da die Haferflocken sonst den Geschmack aufnehmen. Sobald das Öl warm ist, sollte die Temperatur der Kochplatte auf ein Minimum reduziert werden. Mit zwei Esslöffeln habe ich dann die Teigmasse portionsweise in die Pfanne gegeben und leicht flach gedrückt. Mit geschlossenem Deckel dürfen die Cookies nun 5-10 Minuten (variiert nach Herd, ich empfehle nicht allzu weit zu wandern, da die Haferflocken sehr schnell backen können) von jeder Seite durchbacken. Anschließend können Sie aus der Pfanne genommen werden und sind fertig um verspeist zu werden. Der Aufwand ist wirklich nicht riesig. Zugegeben, die Cookies sind nicht so symmetrisch und rund, wie Cookies, die im Backofen hergestellt werden, aber geschmacklich stehen sie diesen wohl kaum nach!

Ich kann sie zumindest nur jedem ans Herz legen! Und für mich heißt es nun auf alle Fälle wieder an die Pfannen, fertig, los! Also bis zum nächsten Mal und guten Appetit! 🙂

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Teufelskuchen – eine teuflisch leckere Verführung

Kaum zu fassen, dass morgen bereits der erste Mai ist. Gefühlt schreitet das Jahr bisher mit Siebenmeilenstiefeln voran – doch traditionell tauscht man diese in der Nacht zum ersten Mai ja bekanntlich gegen ein Paar Gummistiefel oder Tanzschuhe –je nachdem, ob man einen Maibaum stellt oder in den Mai hineintanzt. Und wem das keinen Spaß macht, der kann sich auf einem der zahlreichen Maifeste auch so amüsieren. Daneben ist die Nacht auf den 1. Mai – wie ich als stolze Tochter eines Historikers und Geschichtsstudentin nur zu gut weiss – auch unter dem Namen Walpurgisnacht bekannt, in der dem Mythos zur Folge die Hexen zum Tanz auf den Blocksberg flogen. Mancherorts –habe ich gehört, aber selbst nie erlebt – wird sie auch noch durch Hexenfeste- oder streiche gefeiert. Man sieht also, der Mai hat schon auf den allerersten Blick so richtig was zu bieten.
Für mich und meine Familie geht die Feierei jedoch immer schon einen Tag vorher los, da wir am 30. April den Geburstag meines Papas feiern. Und zu einer Geburtstagsfeier muss natürlich auch eine Torte her, das versteht sich doch von selbst oder?
In diesem Jahr habe ich mir daher überlegt, die verschiedenen Motive der Mainacht in einem Kuchen zu vereinen, besonders da mein Vater sich lange Zeit intensiv mit der Thematik der Hexenverfolgung beschäftigt hat. Ein richtiges Rezept für einen Hexenkuchen habe ich aber nicht finden können (klar, ich hätte eine Motivtorte machen können, habe mich aber dagegen entschieden), dafür aber ein super leckeres Rezept für einen Teufelskuchen – und der spielt ja beim Hexensabbath auch eine Rolle. Wieso man diesen Kuchen allerdings so bezeichnet, ist mir absolut schleierhaft. Höchstens fiele mir ein, um mich an einem flachen Wortspiel zu versuchen, weil er teuflisch gut schmeckt? Wie dem auch sei: Die Torte kann was!
Die viele Schokolade fand ich allerdings ein wenig zu schwer und „winterlich“ – deswegen habe ich mich kurzerhand für eine Garnierung aus Beeren entschlossen, um der Torte eine leichtere und „frühlingshafte“ Note zu geben.

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Ihr braucht für den Teig (18er Springform):
40 ml Milch
10 ml Wasser
1 EL Honig
50 g Zartbitterschokolade
100 g Margaine
120 g Zucker
2 Eigelb
2 Eiweiß
70 g Mehl
30 g Kakao
1 getrichener Tl. Backpulver

Ihr braucht für die Creme und die Garnierung:
100 Sahne oder Kondenzmilch
150 g Zartbitterschokolade
3 gehäufte Tl Joghurt (3,5% Fett)
1 Prise Salz
Beeren oder Früchte

Ihr braucht außerdem:
1 Springform (18 cm)
1 kleiner Topf
Backpapier
Salz

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Als erstes wird die Creme hergestellt, da sie am besten mehrere Stunden ruht, bevor sie auf dem Kuchen verteilt wird. Dafür erhitzt die die Kondenzmilch in einem kleinen Topf und hackt die Schokolade klein, die ihr in eine Schüssel geben könnt. Sobald die Kondenzmilch heiß genug ist (aber nicht kocht!) gießt ihr den Inhalt des Topfes über die Schokoladenstück – noch nicht umrühren!
Nach ein paar Minuten gebt ihr noch den Joghurt zu der Schokoladen-Sahnemischung und beginnt vorischtig alles miteinander zu einer homogenen Masse zu verrühren. Das kann ein bisschen dauern, gelingt aber sobald die Schokolade geschmolzen ist. Nun könnt ihr die Schüssel zur Seite stellen und mit einem Küchentuch abdecken. In den Kühlschrank sollte die Creme allerdings nicht, sondern am besten bei Zimmertemperatur auskühlen.
Jetzt geht’s an den Teig. In dem Topf in dem ihr vorher die Sahne erhitzt habt (dann ist es weniger zu Spülen und schlecht ist es nicht) könnt ihr nun das Wasser und die Milch zusammen mit dem Honig erhitzen. Auch hier gilt es, den Topf von der Flamme zu nehmen, bevor die Flüssigkeit kocht. Rührt nun die restliche Schokolade (100g) in die Honigmilch mit ein.

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Die Margarine wird mit dem Zucker schaumig geschlagen. Nun gebt ihr die Eier hinzu und dann im Wechsel die Schokoladenmasse und die trockenen Zutaten.
Nun wird das Salz in dem großen Topf erhitzt. In dieser Zeit könnt ihr den Teig in eine leicht gefettete Springform, die am Boden mit Backpapier ausgelegt ist, umfüllen. Wenn ihr nicht mit der Methode vertraut seid, einen Kuchen in einem Topf zu backen, findet ihr hier die genaue Anleitung.
Wer von euch einen Backofen hat, kann diesen auf 180° Umluft vorheizen und den Kuchen etwa 20-30 Minuten backen. Bei der Methode den Kuchen im Topf zu backen ist es wirklich wichtig, die Hitze auf der kleinsten Stufe zu belassen. Der Kuchen ist nach etwa einer halben Stunde gar, auch wenn es an der Oberfläche noch ein wenig zu weich wirkt. Beim Auskühlen härtet diese aber noch weiter aus, also keine Sorge.
Den gebackenen Kuchen aus seiner Form lösen und komplett auskühlen lassen. Anschließend könnt ihr die Torte mit der Creme einstreichen und mit den Früchten garnieren.

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Rotweintörtchen – oder ein Teig, drei Kuchen

So ist das manchmal im Leben. Vor ein paar Tagen habe ich noch stolz bei Facebook verkündet, dass ich in der nächsten Zeit vermehrt ein paar kalorienärmere Rezepte an euch weitergeben möchte, da sich über den Jahreswechsel bestimmt nicht nur bei mir ein oder zwei zusätzliche Kalorien eingeschlichen haben – und diesem Vorsatz möchte ich auch treu bleiben. Trotzdem ist mir heute ein Eintrag über Rotweintörtchen in die Hände gefallen, den ich bereits vor längerer Zeit angefangen und dann auf die lange Bank geschoben habe. Und da es so betrachtet ein Rezept aus dem alten Jahr ist, denke ich, dass man hier dann auch noch ein Auge zudrücken darf 😉

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Das Rezept besteht im Grunde aus einem Rührteig, den ich aus einem ganz alten Kochbuch meiner Mama entnommen habe und ist alles in allem sehr simpel. Das schönste daran ist, dass man diesen Teig ganz unterschiedlich variieren, und so mit wenig Aufwand den Kaffeetisch geschmacklich und sogar farblich aufpeppen kann.

Ihr braucht:

  • 125 g Margarine oder Butter
  • 125 g Zucker
  • 2 Eier
  • Ein paar Tropfen Vanillearoma
  • 1 Prise Salz
  • 150 g Mehl
  • 100 g Speisestärke
  • ½ Backpulver
  • Ein paar Esslöffel Milch oder
  • Ein paar Esslöffel Rotwein
  • Rote Speisefarbe (Optional)
  • 1-2 Esslöffel Backkakao (Optional)

Die Küchlein habe ich für den Geburtstag meiner Mama gemacht, die – genau wie ich – kein großer Freund von Süßem ist. Daher habe ich mich beim backen dazu entschieden, einfach unterschiedliche Kuchen aus ein und dem selben Grundteig zu machen: Eine Variante mit Rotwein, eine Variante mit Kakao und eine Variante mit Milch.

Das Ergebnis sah nicht nur hübsch aus sondern war auch sehr lecker und saftig. Zuerst verrührt ihr die Butter und den Zucker in einer Schüssel cremig. Ob mit einer Küchenmaschine, einem Handmixer oder eurer Muskelkraft spielt hier keine Rolle. Nun gebt ihr nach einander die Eier und das Vanillearoma hinzu und verührt alles zu einer homogenen Masse. Das Salz wird mit dem Backpulver, der Stärke und dem Mehl vermischt und löffelweise dem Teig beigegeben. Natürlich fehlt jetzt noch die Flüssigkeit, weshalb der Teig zunächst sehr zäh ist. Nun wird der Teig in drei Teile aufgeteilt. Ich habe mich wie gesagt, für Kakao und Rotwein als Variante entschlossen, habe aber darauf geachtet, dass ich von dem eigentlichen Grundteig eine etwas größere Portion hatte.

Der Grundteig wird nun mit ein paar Esslöffeln Milch angereichert, bis er er eine sehr cremige Konsistenz hat. Es sollte nicht zu fest sein, aber auch nicht glatt vom Löffeln fließen.

Für die Variante mit Rotwein wird ebenso verfahren, nur eben mit Wein anstatt Milch – ich habe einen trockenen Chianti verwendet, weil meine Mutter den ersten gerne trinkt und zweitens eine geöffnete Flasche in Reichweite stand. Es ist aber nicht wirklich wichtig, welchen Wein ihr verwendet. Da mir die Farbe zu gräulich war, habe ich mich für ein wenig Lebensmittelfarbe entschieden, das ist aber völlig optional und jedem selbst überlassen. Man muss nur aufpassen, dass die Farbe nicht zu grell wird.

Der dritten Portion wird zunächst noch vor der Flüssigkeit ein wenig Backkakao zugegeben. Da der Teig dadurch noch fester wird, muss hier natürlich auch ein bisschen mehr Milch dazu gegossen werden. Wichtig ist, dass der Teig im Endeffekt eine gleichmäßige und cremige Konsistenz hat.

Nun kann man sich frei austoben. Ich habe Rotwein-Marmorvarianten gemacht, aber auch reine Rotweintörtchen und normale Marmormuffins. Was mir gerade so passte eben.

Solltet ihr die Kuchen in einem Backofen zubereiten, heizt diesen auf etwa 180° Umluft vor und backt sie anschließend für etwa 20 Minuten, solange bis bei der Stäbchenprobe kein Teig mehr hängen bleibt. Ich habe natürlich wieder keinen Ofen verwendet, sondern meine Topfmethode verwendet. Wie das funktioniert ist hier erklärt.

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Für den Überzug habe ich mich ebenfalls für unterschiedliche Varianten entschieden. Einige Kuchen haben einen Schokoladenüberzug aus Zartbitterschokolade bekommen, andere einen Guss aus Rotwein und Puderzucker (das Verhältnis muss kann hier ganz unterschiedlich ausfallen, mischt einfach etwas Rotwein in ein paar Esslöffel Puderzucker bis die Konsistenz euch zusagt) und einige wurden schlicht mit Puderzucker bestäubt. Alles in allem geht es recht fix, und trotzdem wirkt es später so, als hätte man ganz unterschiedliche Kuchen gebacken. Ganz nach dem Motto, kleiner Aufwand, große Wirkung. 🙂

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